Theater des Wesentlichen

 

Von Georg Baumast

 

Nuschelnde, nackte Schauspieler stehen unbeholfen auf den Bühnen des gegenwärtigen Theaters. Kaum nimmt man sie wahr: kein Wunder, denn eingeblendete Hintergrundvideos sowie ohrenbetäubender Lautsprecherlärm verschlingen ihre undeutliche Aussprache und überdecken verzagte Gebärden.

 

Mein Theater der Zukunft möchte vor allem bedeutende Bühnenklassiker möglichst selbstverständlich und unverfremdet darstellen; die Botschaft eines Stücks ohne Neuinterpretation neutral festigen. Und weil das Kino keine Konkurrenz für das Theater ist, vermeide ich ablenkende Zusatzeffekte, bewahre aber Eigenschaften wie deutliche Sprachartikulation und große Gebärden auf der Bühne. Es ist doch kontraproduktiv, die Zuschauer durch allerlei unnützes Zeug zu verwirren, sodass ihnen die Handlung unverständlich wird.

 

Mein zukünftiges Theater beeindruckt deshalb mit realen Bühnenbildern, authentischen Kostümen und klarem Sprach- und Gebärdengebrauch – es ist unterhaltsam und gedankenregend, weil es Wert auf Wesentliches legt!